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Gesünder älter werden
Die alternde Gesellschaft treibt die Ausgaben für die Gesundheit in die Höhe. Welche Folgen dies hat, untersuchte jetzt eine Studie. Wichtigstes Ergebnis: Innovationen könnten in Deutschland bis zum Jahr 2037
fast 1400 Milliarden Euro einsparen. Die Deutschen leben immer länger, das ist die gute Nachricht. Jedes zweite heute geborene deutsche Mädchen darf hoffen, 100 Jahre oder älter zu werden. Das
Durchschnittsalter der in Deutschland lebenden Menschen wird nach Prognosen des Statistischen Bundesamtes in 30 Jahren sechs Jahre höher liegen als heute, nämlich bei 48,4 Jahren. Ältere Menschen benötigen
aber auch mehr Medikamente, mehr ärztliche Betreuung, müssen häufiger ins Krankenhaus. Altersbedingte Erkrankungen wie Alzheimer, Typ-2-Diabetes oder Osteoporose nehmen zu. Die alternde Gesellschaft verursacht
deshalb höhere Kosten für die Gesundheitssysteme. Das ist die schlechte Nachricht. Eine Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in
Auftrag gegeben hat, simuliert die Kostenentwicklung der kommenden 30 Jahre. Kosten müssen nicht explodieren Das HWWI geht von bis zu 11,2 Billionen Euro, das sind 11200 Milliarden, Krankheitskosten bis
zum Jahr 2037 aus, die der demografische Wandel mit sich bringt. Dabei haben die Autoren der Studie direkte Kosten für medizinische Versorgung und indirekte Kosten, die dadurch entstehen, dass Kranke nicht
arbeiten gehen können, berücksichtigt. Die Kosten müssen aber nicht derart explodieren. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Innovationen im Gesundheitssektor eine entscheidende Rolle spielen werden.
Obwohl Innovationen bei der Entwicklung erst einmal viel Geld verschlingen, zahlen sie sich langfristig in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung aus. Wenn der medizinische Fortschritt unterstützt wird und die
Menschen dank der nötigen Innovationen länger gesund bleiben, könnte dies bis zum Jahr 2037 Kosten von bis zu 1400 Milliarden Euro einsparen. Zu den Innovationen rechnen die Autoren der Studie Fortschritte
in der medizinischen Versorgung, Verbesserungen der Ernährung, des Lebenswandels und der Umwelt. So könnten etwa bessere Arzneimittel gegen Altersdiabetes ernste Folgen dieser Erkrankung wie Erblindung oder
Amputation verringern. Weniger Fehlzeiten Laut dem HWWI sind die Menschen in 30 Jahren dank diverser Innovationen wesentlich gesünder als heute, so dass ein dann 60-Jähriger so gesund wäre wie ein heute
55-Jähriger. Sie erkranken weniger, fehlen also seltener bei der Arbeit, was die volkswirtschaftliche Produktivität erhöht. Eine verbesserte Gesundheit kann nach Aussage der Studie den demografiebedingten
Anstieg der direkten Kosten mehr als ausgleichen. Bei den indirekten Kosten ließe sich der Anstieg zu 46 Prozent kompensieren. Doch es gibt auch Experten, die das anders sehen. Neue Medikamente verlängern
zwar die Lebenserwartung. Möglicherweise kosten die zusätzlichen Lebensjahre jedoch mehr als durch die bessere Gesundheit eingespart wurde. Darauf weist Professor Dr. Jürgen Wasem vom Lehrstuhl für
Medizinmanagement der Universität Duisburg/Essen hin.
Freundliche Grüße von Ihrem Apotheker Werner Schmidt
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